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Karsten Grote

Unter dem Titel Standpunkt zeigt der Künstler Karsten Grote in der Barfuss-Galerie eine Auswahl seines Schaffens. Die Werke sind im Wesentlichen im Zeitraum zwischen 1987 und 2017 entstanden. Jede dieser drei Dekaden beinhaltet, entwicklungs- und biografisch bedingt, unterschiedliche Ausdrucksformen, die sich teilweise überschneiden oder erneut bemerkbar machen.

Karsten Grote, geboren 1955 in Hamburg, lebt und arbeitet in Hamburg-Volksdorf.
Nach dem Studium arbeitete er ab als freier Grafiker und Künstler. Nach der Geburt des ersten von drei Kindern war er in Hamburger Werbeagenturen tätig und die Malerei trat in die zweite Reihe. Seit 1997 ist er als Grafiker und Künstler selbstständig tätig. 2006 gründete er darüber hinaus die Malschule Volksdorf.

Schon während des Studiums, u.a. bei Prof. Frank und Prof. Weingärtner, befasste er sich besonders mit dem Expressionismus und dem Kubismus. Die Künstlergemeinschaft Brücke, der Blaue Reiter und das Bauhaus faszinierten ihn mit den kräftigen Farben und der ausgeprägten Formensprache. Fritz Winter und Willi Baumeister regten ihn mit ihrer speziellen Technik an. Bis heute ist seine bevorzugte Technik die Malerei mit Farben und Ei-Tempera. Die Motive waren eher naturalistisch, in der Umsetzung beeinflusst von oben genannten Künstlern; in der Folgezeit zunehmend abstrakter. Hinzu kamen unterschiedliche Drucktechniken und erste Illustrationen für Broschüren und Bücher.

Im Zuge der Selbstständigkeit wuchs auch das Bedürfnis nach Wiederbelebung seiner Malerei. Karsten Grote lässt sich von inneren Stimmungen und Situationen des Alltags anregen. Auch Bildausschnitte der Natur sind Anregungen für seine Bilder. Im Malprozess setzen sich in vielen Bildern Strukturen durch, schaffen neue Zusammenhänge zwischen Formen und Farben; die Ursprungsbilder werdeb verlassen und durch eine ganz eigene Farben‑ und Formenwelt ersetzt.

Seit einiger Zeit orientiert sich der Künstler verstärkt an der Natur. Dabei geht es ihm nicht um die konkrete Abbildung. Vielmehr interessieren ihn die Kräfte der Natur, die den Impuls zum Malen geben. Dies sind z. B. Sturmschäden an der „weißen Küste“ auf Rügen oder ein rostiges Fass im grünen Schilf – also die Vergänglichkeit der Zivilisation bzw. deren Spuren und die Reaktion und der Wandlungsprozess der Natur. Die Aussage von Joseph Beuys: „Zeige deine Wunde“, interpretiere er als Hinweis auf die Verletzlichkeit der Menschen und der Natur.

Aktuell verwendet er in der Malerei ungewöhnliche Materialien wie Holzteer sowie Legierungen oder Elemente wie Eisen, Kupfer und Aluminium. Die Serie „Triebkräfte der Erde“ entstand beispielsweise durch das Auftragen von Eisen- und Kupferpulver. Teilweise wurden Bereiche auf dem Bild durch Flammen erhitzt. Das Wechselspiel zwischen den Elementen (Luft, Wasser, Erde und Feuer) und der Struktur ist die Herausforderung, die ihn reizt.

Immer wieder tauchen Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen oder politischen Themen in Bildern oder Zeichnungen auf. So entstanden die aktuellsten Bilder der Serien „Auf der Flucht“ und „Begegnung mit dem Fremden“ im Rahmen von Gruppenausstellungen; hier arbeitete er auch gegenständlicher. Es wurde u.a. Originalsand aus afrikanischen Wüsten verwendet. Auch gibt es hier Anlehnungen an Street-Art-Künstler, in erster Linie ist „Banksy” zu nennen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

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